Xandl - der wandernde Totenkopf

Wenn der Xandl erscheint, ist der Boandlkramer nicht weit.

Thriller zu schreiben und im Bayerischen Wald zu wandern sind für mich, Alexander Frimberger, große Leidenschaften.


Mit dem Xandl - übrigens die bayerische Abkürzung für Alexander - gibt es die Verbindung aus beiden Welten. Touren zu besonderen Zielen, gewürzt mit kleinen, gemeinen Mordgeschichten.


Viel Spaß, wir sehen uns auf den Wanderwegen!



Erst beobachte er die Drachenflieger am Großen Büchelstein.

Später flog er selbst vom Felsen des Kleinen Büchelstein. Ohne Drachen.

Und der Xandl singt sein schaurig Lied.





Der Sprung in die Kniekehlen des arglosen Wanderers, der ganz nah am Abgrund stand, hatte genügt um diesen aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Jetzt lag er mit zerschmetterten Knochen in der Rachelseewand. Der Hund holte sich die verdiente Belohnung bei seinem Herrchen ab.

Und der Xandl singt sein schaurig Lied.





Das Gipfelkreuz auf dem höchsten Berg des Nationalparlks Bayerischer Wald. Der weiß-blaue Himmel, der weite Blick in die Region, die Wälder und die vielen, herrlichen Wanderwege.

So schön und beschaulich ist es am Großen Rachel. Nur der Tote am Fuß der urzeitlichen Steinformation stört das Idyll.

Und der Xandl singt sein schaurig Lied.





Nichts war mehr da von einem Gesicht. Nur nacktes Fleisch, ein paar Hautfetzen und Knochen. Kreisrund war es herausgeschnitten worden, die Haut herunter gerissen.

Ein grausiger Anblick, der Kommissar Ralf Bender zusetzte, obwohl er hart im Nehmen war. Abgelegt war die geschändete Leiche in der gläsernen Arche, einem Kunstwerk unterhalb des Berges Lusen, das in der Hand Gottes ruht. "Eine Arche in den Tod, wie sinnig", brummte Bender missmutig. Textstelle aus dem Thriller Raphael, ISBN: 978-3-9811-254-8-1

Und der Xandl singt sein schaurig Lied.





Ehrgeiz war sein Erfolgsgeheimnis. Und er würde sein Untergang sein. Am Parkplatz Fredenbrücke trank er zum ersten Mal von dem Mineralwasser, das sie mit einem blutdrucksteigernden Mittel vergiftet hatte. - Dann rannte er los.

Er wollte seinen Rekord auf den Berg Lusen brechen. Sie wusste, egal, wie schlecht es ihm ging, er würde nicht abbrechen. Vorbei an der Martinsklause, durch das Teufelsloch. An der Glasarche wurde ihm schwarz vor Augen. Er fluchte, trank und rannte weiter. Über die Himmelsleiter hinauf zum Gipfelkreuz. Dann platzte eine Ader in seinem Kopf. Er war tot, der Rekord nicht gebrochen.

Und der Xandl singt sein schaurig Lied.





Die Stelle an der Ohe in der Nähe der Marktgemeinde Schönberg war perfekt ausgewählt. Der Biber hatte direkt am Ufer ganze Arbeit geleistet. Ein Spaziergang, er hatte einen heftigen Streit vom Zaun gebrochen und dann zugestoßen.

Jetzt lag sie da. Besser gesagt hing sie. Gepfählt, der spitz genagte Baumstumpf ragte aus ihrer Brust. Statt ihrer ewigen Demütigungen sprudelten nur noch einige Blutblasen aus ihrem Mund.

Und der Xandl singt sein schaurig Lied.





Es war eine elende Schinderei. Er fluchte unter dem Gewicht, das über seinen Schultern hing. Er schwitzte und doch fröstelte ihn. Am Horizont zauberte die Sonne bereits ein dramatisches Rot an den Morgenhimmel. Endlich fand er, was er gesucht hatte.

Als er seine tote Frau in dem Spalt inmitten der Felsformation Pfahl bei Viechtach verschwinden ließ, war er sicher: Niemand würde sie hier finden.

Und der Xandl singt sein schaurig Lied.





Eine dunkle Macht umgibt ihn, hier an den Ufern des Hartmannsreiter Stausees. Mit langen, kalten Fingern greift der Waldgeist nach ihm. Hexengelächter, Kobolde jagen durch das Unterholz. Die schwarze Königin erhebt sich drohend über ihm. Der Boden vor ihm öffnet sich. Giftiges Höllenfeuer raubt ihm den Atem.

Seine Sinne schwinden."Diese verdammte Droge tötet zu viele junge Leute", wird Kommissar Ralf Bender später zu seiner Kollegin Manuela Hentschel sagen.

Und der Xandl singt sein schaurig Lied.





Fest verschnürt, bewegungsunfähig. Er spürte es, bevor er etwas hörte oder sah. Das Vibrieren der Gleise in den Schultern und in den Beinen kroch über das Rückenmark nach oben. Die Mischung aus Angst und Adrenalin drohte ihm den Schädel zu sprengen.

Dann hörte er ihn. Und er sah ihn. Der Zugführer der Waldbahn sah ihn nicht. Dann war es vorbei.

Und der Xandl singt sein schaurig Lied.





Angeln in der Ohe, seine Leidenschaft. Steht im Wasser auf zwei großen Steinen. Die Rute schlägt an, der Kampf beginnt. Er rutscht, verliert das Gleichgewicht. Der Aufprall hart, kann sich nicht bewegen.

Er friert im kalten Wasser. Die Angelschnur wickelt sich um den Hals, schnürt sich zu. Der Fisch zuckt ein letztes Mal, dann ist er frei. Der Angler zuckt nicht mehr.

Und der Xandl singt sein schaurig Lied.





Ihre neongelben Laufschuhe: Er hasste sie. Die grüne Sporthose: Er hasste sie. Wie er mit Seitenstechen und nach Luft ringend hinter ihr her rannte: Er hasste es. Ihr wippender Pferdeschwanz, der ihn zu verhöhnen schien: Er hasste ihn. Wie sie sich am Geländer der kleinen Brücke neben dem Wanderweg vom Stadtpark Grafenau zum Ausflugslokal Kleblmühle festhielt, wenn sie Gymnastik machte: Er hasste es.

Gestern Nacht hatte er das Geländer angesägt. Von nun an musste er nie wieder joggen. Er liebte es.

Und der Xandl singt sein schaurig Lied.





Natürlich war der Wackelstein am gleichnamigen Naturdenkmal bei Thurmansbang zu schwer gewesen.Doch als er sich später - durstig geworden - auf dem Wanderweg unter eine Ansammlung von losen Felsen setzte, kam ihr die Idee. Sie entschuldigte sich kurz, gab vor in die Büsche zu müssen.

Jetzt stand sie zehn Meter über dem Felsbrocken, den sie gelöst hatte.- Sie musste grinsen: Es sah ulkig aus, wie nur noch seine Füße darunter hervorlugten..

Und der Xandl singt sein schaurig Lied.





Wanderer auf dem Weg zum Berg Hessenstein fanden ihn am nächsten Tag knapp unter dem Gipfel auf einer Ruhebank mit zerfetztem Schädel.

Das Gewehr, mit dem er sich gerichtet hatte, war zu Boden gefallen. Die ganze Geschichte steht im Thriller Misstrauen, ISBN: 978-3-94392617-0..

Und der Xandl singt sein schaurig Lied.





Jeden Tag seit 40 Jahren: Rauf zur Wallfahrtskapelle am Brudersbrunn bei Grafenau. Am kleinen Brunnen die Feldflasche füllen. So köstlich schmeckt das Wasser. Ein tiefer Schluck und dann hinauf zum Aussichtsfelsen. Doch erst einmal setzen. Ihm ist schwindelig heute. Krämpfe durchzucken seinen Körper.

Dann ist es still. Für immer. Er ist tot. Seine Frau schüttet den letzten Rest Gift in den Ausguss. Sie braucht es nicht mehr. Es war genug in der Feldflasche..

Und der Xandl singt sein schaurig Lied.





Das Gezeter, die schrille Stimme, die ihm Kopfschmerzen verursachen. Sogar die Tiere des Waldes verstummen, starr vor Angst. Dann der hohe Felsen am Berg Kleiner Aschenstein bei Schöfweg. Der Ausblick so schön, so weit. Ihre Vorwürfe, das Keifen. Ein kurzer Stoß, ihr überraschter Blick, dann ist Ruh, endlich Ruh.

Er blickt auf den zerschmetterten Leib. Ganz still fließen Blut und Hirn aus dem geborstenen Schädel..

Und der Xandl singt sein schaurig Lied.